Eine bewegte Zeit von 1985-1988


Christian verbrachte zusammen mit seinen Eltern das erste Jahr in einer Einraumwohnung in Berlin-Friedrichshain. Diese wurde bald zu klein. Was lag näher, als in eine größere Wohnung zu ziehen?

2009 sicher kein Problem, 1985 aber schon, denn in der DDR waren - wie so vieles andere - auch Wohnungen Mangelware.


Viele Tränen der Mutter und Kämpfe mit Behörden machten in Christians zweitem Lebensjahr dann doch noch einen Umzug von Friedrichshain nach Oberschöneweide möglich. Irgendwie.
Die neue Adresse lautete jetzt: Wilhelminenhofstraße 52.

Die "neue" Wohnung befand sich leider in einer sehr unschönen Gegend von Berlin - nämlich gegenüber dem Kabelwerk Oberspree. Im Parterre des Hauses hatte sich eine Arbeiterkneipe eingenistet, die schon 6.00 Uhr morgens öffnete.

Der Kinderwagen parkte anfangs daneben, nicht ahnend, dass er von manchen Besuchern besagter Kneipe anscheinend mit der Kneipentoilette verwechselt wurde.

Vor'm Haus befand sich auch eine Straßenbahnhaltestelle.
Im Gegensatz zur Kneipe eine durchaus praktische Angelegenheit. Dummerweise wackelten aber beim Vorbeifahren der alten Straßenbahnen nicht nur die Regale. Mitunter schon mal so sehr, dass sich dort befindliche Teile immer öfter selbstständig machten.

Christian besuchte in dieser Zeit das erste Mal in seinem Leben überhaupt eine Krippe. Am liebsten hätte er das auch gleich das letzte Mal gemacht, denn glücklich und froh wurde er dort nicht. Was aber tun, wenn Mutter wieder arbeiten musste?

Eine private "Pflege" musste her für die Stunden am Tag, in der Mutter beim damaligen DDR-Rundfunk als Musikredakteurin arbeitete.

Vitamin "B" spielte schon in der DDR eine nicht zu unterschätzende Rolle. Und so wurde von "Bekannten über Bekannte und deren Bekannte" eine Art Tagesmutter gefunden. Die Sache hatte nur einen Haken. Die gute Frau war offensichtlich zu sehr bemüht, den Ersatz für "Mami" spielen zu wollen.

Und so kam es nicht nur einmal vor, dass sie den kleinen Christian so sehr an ihren viel zu großen Busen presste, dass diesem förmlich die Luft wegzubleiben drohte. Das beängstigte nicht nur das kleine Wesen, sondern zunehmend auch seine besorgten Eltern.


Dann doch lieber mit "Mami" zusammen endlich in einer Badewanne planschen. Ja, das war möglich, denn die Wohnung in Oberschöneweide hatte tatsächlich zum allerersten Mal ein Bad. Aus heutiger Sicht mit der kleinen Einschränkung, dass nur dann warmes Wasser aus der Leitung kam, wenn man vorher den Badofen ordentlich eingeheizt hatte.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass sich für Christian dann doch noch ein Platz in einer Krippe in Oberschöneweide fand, in der er sich ausgesprochen wohl und zu Hause fühlte.

Anmerkung: In Kürze folgt ein Link mit einigen Bildern aus dieser Zeit.

Die Zeit in Königswusterhausen [mehr ...]





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