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Es war mitten im Sommer, als die kleine Familie endlich mal mit Glück gesegnet schien,
denn ...
Mitten im Dahlem des Ostens, in Berlin-Karlshorst - unfern des Berliner Funkhauses in der Nalepastraße - wollte eine junge Frau mit ihren Zwillingen zurück in ihre Heimat ziehen - nach Königs Wusterhausen.
Innerhalb von kurzer Zeit konnte so ein Wohnungstausch geplant und zur Zufriedenheit aller Beteiligten sehr schnell realisiert werden. An ein und demselben Tag tauschten zwei Familien die Wohnungen, was in DDR-Zeiten schon was heißen wollte.
Wo Licht, da leider auch meistens Schatten.
Licht: eine wunderschön gelegene Wohnung mit Balkon, Blick nach allen Seiten auf grüne Bäume und Rasen, Kindergarten und Arbeit Schritte oder nur wenige Straßenbahnstationen entfernt von der Karlshorster Wohnung. Unbezahlbar.
Schatten: Christian musste sich zum fünften Mal an neue kleine Mitstreiter und Kindergarten-Tanten gewöhnen. Auch war die neue Wohnung wieder eine alte, gebaut Anfang der 50er Jahre, noch ausgestattet mit alten Kachelöfen, die zwar Gemütlichkeit ausstrahlten, aber wieder viel Arbeit und Dreck machten.
Alsbald wurden diese Kachelöfen deshalb bei "laufenden Familienbetrieb" entsorgt, eine Außenwandgasheizung eingebaut, die dann kurze Zeit später wiederum durch eine Gasetagenheizung ersetzt wurde. Ebenso wie alte Fenster und Sanitäranlagen neuen weichen mussten.
Trotzdem zog zumindest vorrübergehend etwas Normalität im Hause Heller ein. Und Christians Neugierde und Wissbegierigkeit lässt die Herzen seiner Eltern vor Freude immer höher schlagen.
Trotzdem bahnt sich etwas an, was anfangs keiner wirklich zu benennen mag. Immer mehr Menschen verlassen das Land - die DDR. Auch bei Hellers fragt man sich in Anbetracht dessen, wer wohl als letzter das Licht ausmachen würde, denn auch im Freundes- und Bekanntenkreis verabschieden sich immer mehr vertraute Menschen. Wobei sich keiner sicher sein kann, besagte Menschen jemals wiederzusehen.
Im September '89 scheinen dann Vater und Mutterdie Eltern ganz und gar verwirrt. Sie kaufen Christian ein Puppentheater und spielen plötzlich mitten im Altweibersommer Weihnachten mit allem Drum und Dran. Was ist bloß geschehen?
Am 4. November demonstrieren dann erstmals so viele Leute auf dem Berliner Alexanderplatz, wie bis dahin in der DDR noch nie passiert. Mutter Heller sitzt mit ihrem kranken Sohn vor'm Fernseher und weiß nicht mehr, warum sie eigentlich weint. Aus Kummer oder vielleicht auch aus Rührung, weil das sieht, was nicht zu glauben vermag?
Am 9. November 1989 geschient ein Wunder. Es fällt die Mauer zwischen Ost und Weltdeutschland.
Christian bekommt dieses wahrscheinlich alles nur am Rande mit. Für seine Eltern ändert sich von da an das Leben von grundauf. Nichts mehr scheint mehr so zu sein wie vorher. Sie leben plötzlich mit ihrem kleinen Sohn Christian in einem anderen Land, obwohl sie dieses nie verlassen haben, noch immer in der gleichen Wohnung leben.
Vater und Mutter befinden sich über Wochen und Monate in einem andauernden Wechselbad der Gefühle. Sie sind endlich frei, können endlich richtigen Rundfunk machen, können reisen, können vieles von dem, was sie sich immer schon mal wünschten, kaufen. Und, und, und. Alles aufzuzählen würde den Rahmen dieser Website sprengen.
Aber ...
Anmerkung: In Kürze folgt ein Link mit einigen Bildern aus dieser Zeit.
Christians Grundschulzeit [mehr ...]